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von Tobias Fröhlich

„Corona als Chance begreifen“ – Viele von Ihnen können diesen Satz vermutlich nicht mehr hören. Und ich kann Sie verstehen. Wäre das Coronavirus tatsächlich eine Chance, dann würde es Corona-Chance heißen – und nicht Corona-Krise. Aber: wir müssen uns mit dem „New Normal“ arrangieren.

Bestes und kontrovers diskutiertes Beispiel: Der deutsche Profifußball. Am vergangenen Wochenende setzten die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga den Spielbetrieb mit Geisterspielen fort. Über die Notwendigkeit der Fortführung wird viel diskutiert. Fest steht, es geht weiter – doch ein entscheidender Faktor fällt weg: Die Fans auf den Stadionrängen.

Wie schwer ihr Fehlen wiegt, das konnten wir am vergangenen Wochenende eindrucksvoll beobachten. Die Fußballübertragung wurde auf das reduziert, was sie eigentlich ist: Fußball. Keine Gesänge, keine Pfeifkonzerte, keine Bilder von Menschentrauben, die sich nach einem Siegtreffer in der 90. Minute in den Armen liegen.

Und dieser Zustand wird nach Ende der aktuellen Saison keineswegs Geschichte sein. Wir reden hier von Einschränkungen, die bis zum Jahresende, vielleicht sogar bis weit ins nächste Jahr überdauern werden. Bis ein Impfstoff gefunden, produziert und großflächig verteilt wurde.

Sky hat reagiert

Der Pay-TV-Sender Sky hat darauf bereits reagiert: Am Wochenende boten die Münchener ihren Kunden, die den Sky Q oder Sky+Receiver nutzen, Fangesänge und Publikumskulisse als Tonoption an. Das Topspiel am Samstagabend kommentierte zudem je ein Fan beider Teams. Und per Augmented Reality wurden verstärkt Statistiken, Grafiken und Online-Votings integriert.

 

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Dieses Vorgehen ist genau der richtige Ansatz. Es ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Denn sind wir mal ehrlich: Die Corona-Krise führt uns aktuell viele Lücken vor Augen, die ohnehin schon lange Zeit bestehen. Die Menschen, und insbesondere die jüngeren Zielgruppen, konsumieren heutzutage anders. Sie wollen partizipieren, selbst zum Sender werden und gehört werden. Gerade vielen Fußballfans ist es wichtig, ein Statement abzuliefern und dem Geschehen ihren Stempel aufzudrücken. Sei es das geschlossene Hochhalten des Schals bei der Vereinshymne, eine Choreografie beim Einlaufen der Spieler oder der Protest gegen die verhassten Montagsspiele.

All das fällt nun weg. Und ich teile die Sorge der Fans, dass ihnen ihre Stimme verloren geht. Und deswegen müssen wir diesen Verlust durch die digitalen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, ausgleichen. Wir können den Fans eine neue Plattform bieten, ihnen die Unterhaltung zurückgeben und ihre Fankultur erhalten. Kurzum: Wir können eine digitale Fan-Experience kreieren, die folgendermaßen aussehen könnte:

1. Jedes Spiel ein Heimspiel

Jedes Spiel könnte für jeden Fan ein Heimspiel sein, indem jeder von ihnen eine personalisierte Heimspielkulisse mit entsprechenden Fangesängen ausgespielt bekommt. Diese choreografieren, wie im Stadion, die Fans. Sie allein entscheiden, wann was eingespielt wird. Während des Spielverlaufs könnten sich dann alle Fanzuschauer einer Mannschaft live am Fernseher einbringen und bestimmen, welchen Fangesang sie als nächstes hören möchten. Sie könnten mit Emojis, Fähnchen oder Gifs auf bestimmte Spielsituationen reagieren und sich untereinander über das Geschehen austauschen. Das Ganze wäre damit ein ähnliches Konzept wie bei den populären Livestreams auf Instagram, YouTube oder Twitch. Nicht umsonst finden solche Modelle vor allem bei jungen Zuschauern Anklang, vermitteln sie einem doch das Gefühl der Zusammengehörigkeit, des gemeinsamen Schauens und des Austauschs. Nochmal: Das ist nicht der Real Deal, den man im Stadion bekommt, aber die Fans können sich zumindest digital einbringen und das Ganze mitgestalten.

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2. Gemeinsam mit Vereinslegenden auf der „digitalen Tribüne“

Wie man trotz der Quarantäne gemeinsam Filme und Serien schauen kann, hat Netflix mit seinem Party-Modus vorgemacht. Dieses Modell ließe sich auch auf das Bundesligaerlebnis am Fernseher übertragen und sogar erweitern. Denn was wäre, wenn ich die Partien meiner Lieblingsmannschaft gemeinsam mit einer Spieler- oder Trainerlegende schauen könnte? Konkret heißt das, dass ich dann seine Gesichtsausdrücke, Reaktionen und Kommentare per Bild-im-Bild-Option live mitverfolgen könnte. Sport 1 hat das mit seinem „Fantalk“-Format in der Vergangenheit bereits vorgemacht. Dies wäre da nur der nächste logische Schritt. Damit hätten die Vereine neue Optionen zur Vermarktung geschaffen. Die werden sie vor allem dann brauchen, wenn auch die Spiele in der nächsten Saison ohne Publikum stattfinden und ihnen viel Geld entgeht.

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3. Das digitale Premium-Paket

, das die Grenzen des Digitalen zumindest etwas sprengen würde. Bei einem solchen Paket könnte man beispielsweise mit Lieferservices kooperieren, um den Fans Stadionwurst und Bier direkt ins Wohnzimmer zu liefern. In Kooperation mit den Vereinen könnten die Rechteinhaber exklusiven Content für Premiumnutzer erstellen und ausspielen. Zum Beispiel eine Spielanalyse mit dem Trainer. In der Kooperation mit den Vereinen besteht der eigentliche Trick für den Rechteinhaber. Denn der Verein kann ihm exklusive Zugänge zu seinen Fans, Dauerkarten- und LogenInhabern herstellen und darüber verloren gegangene Einnahmen kompensieren.

 

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Dem Ideenreichtum sind in der digitalen Fan-Experience zwar keine Grenzen gesetzt. Man sollte aber stets die Fans mit einbeziehen. Wie in jeder anderen guten Produktentwicklung ist Customer Centricity der Nukleus. Dafür müssen sich die Fans aber aus ihrer zum Teil kontraproduktiven Antihaltung kommen und sich fragen, ob sie 12 bis 18 Monate auf Fußball verzichten oder ihn stattdessen mitgestalten möchten. Das Digitale ist gekommen, um zu bleiben. Coronabedingt finden wir eine grüne Spielwiese vor, auf der sich jeder einbringen kann.

Die Chance liegt im Digitalen

Dies sind nur drei Möglichkeiten für eine digitale Fan-Experience im Fußball. Entscheidend bei allen drei Ideen ist, dass sie nur eine Option darstellen, es also jedem Zuschauer freisteht, ob er sie nutzen möchte oder nicht.

Aus rein sportjournalistischer Sicht liefert Sky mit seinem Fußballangebot ein sehr gutes Produkt. Aber das möchte der Fan eben nicht immer. Manchmal möchte er sich einfach fallen lassen, emotional werden und in seiner Fußballleidenschaft aufgehen. Das kann er natürlich am besten live im Stadion. Aber wenn diese Möglichkeit wegfällt, müssen wir ihm eine digitale Alternative bieten, die das so gut wie möglich ausgleicht. Und das können wir auch.

Das Coronavirus ist ein Katalysator, mit dem wir die digitalen Defizite schneller überwinden und somit eine völlig neue User Experience am heimischen TV-Gerät schaffen können.

 

Bildmaterial:

Die Bilder sind unter Nennung der Quelle für redaktionelle Zwecke im Rahmen der Berichterstattung freigegeben. Bildnachweise am Bild.

Tobias Fröhlich, Geschäftsführer, TeraVolt GmbH

Bildnachweis: TeraVolt

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Über TeraVolt

Die TeraVolt GmbH ist eine inhabergeführte Agentur für digitale TV-Produkte und -beratung mit Sitz im Hamburger Schanzenviertel. Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen ist auf die digitale Transformation des Fernsehens spezialisiert. TeraVolt berät und entwickelt zusammen mit ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen – von der ersten Idee zu innovativen Produkten im operativen Betrieb. Das Portfolio umfasst Dienstleistungen, Beratung und fertige Produkte in den Segmenten Managed Platforms, Enhanced TV, Monetization und OTT. Das TeraVolt-Team besteht aus vier erfahrenen Geschäftsführern und 45 Experten in den Bereichen Produkt, Strategie und Technologie. https://www.teravolt.tv/

Datatainment - with HbbTV and TV Apps to the next level of sports broadcasting

(Automatisch übersetzt)

Tobias Fröhlich, Geschäftsführer von TeraVolt, erklärt, warum “Datatainment” die Zukunft der Sport-Übertragung im linearen Fernsehen ist und warum Sender und Plattformen diese neue Art von Fernsehen im Auge behalten sollten.

So wie Dinosaurier vor Millionen von Jahren unseren Planeten beherrschten, dominiert das lineare Fernsehen seit Jahrzehnten die Welt der bewegten Bilder. Doch eine neue Spezies hat ihre Vormachtstellung längst in Frage gestellt: digitale Streaming-Plattformen, die ihren Zuschauern zu jeder Tageszeit Inhalte auf Abruf anbieten und personalisierte Betrachtungsempfehlungen. Also, ist lineares Fernsehen moribund und wird es aussterben wie Dinosaurier früher?

Eines ist sicher: Je mehr Menschen digitalisieren, desto weniger Geduld müssen sie auf relevante Inhalte warten oder aktiv danach suchen. Gleichzeitig steigt die Menge an Informationen, Affirmationen und Reizen. Das lineare Fernsehen muss sich daher weiter entwickeln, um für die digitale Generation attraktiv zu bleiben. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist “Hybrid Broadcast Broadband TV” (HbbTV), also die Mischung von linearem Fernsehen und Online-Inhalten. Beispiele sind BBC, France Télévisions und das ZDF.

Aber in Zeiten, in denen fast jeder Nutzer einen digitalen Fußabdruck hinterlässt, reicht dies nicht mehr aus. Stattdessen müssen die Inhalte personalisiert und auf das Publikum zugeschnitten werden. So können sie genau die Art von Inhalten erhalten, die sie benötigen, basierend auf ihren Daten und Sehgewohnheiten: “Datatainment” statt Unterhaltung.

Genau das will TeraVolt erreichen. Sportveranstaltungen sind aus unserer Sicht prädestiniert für diese neue Art der TV-Unterhaltung. Ob Weltmeisterschaft, Olympische Spiele oder Super Bowl – Sport ist ein Schauspiel. Solche Sportereignisse wecken die Begeisterung. Sie führen aber oft auch zu einer Überreizung. So viel geschieht gleichzeitig und nur eine Millisekunde kann entscheidend sein. Die Anzahl der Live-Übertragungen von Sportereignissen ist eine echte Überlastung. Auf verschiedenen Plattformen kann fast alles live miterlebt werden. Für jede Sportart gibt es einen Stream, ein TV-Format oder einen Live-Ticker. Einige Zuschauer können davon überwältigt sein. Sie brauchen Orientierung, Filterung nach persönlicher Relevanz und Anleitung: Sie wollen ihren Lieblingsathleten in ihrer Lieblingssportart folgen und erhalten bestenfalls zusätzliche Informationen und Statistiken – und das alles bestenfalls ohne selbst aktiv zu sein. Im Zweifelsfall kann mit einem Videoalarm auf eine entscheidende Szene aufmerksam gemacht werden und mit einem persönlichen Highlight-Ticker kann dann schnell erfasst werden, was bisher passiert ist.

Das ist genau die Idee, die wir verfolgen. Derzeit entwickeln wir eine TV-App, die den Fernsehzuschauern das oben beschriebene “Datatainment” bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio bietet. Es wird sowohl für HbbTV, Metrological, AndroidTV als auch für mobile Clients verfügbar sein. Die Nationalität des Betrachters oder seine Vorlieben für den Sport werden dann einen entscheidenden Einfluss darauf haben, welche Programmempfehlungen er erhält und auf welche Athleten der Schwerpunkt liegt.

Ein Radsportfan aus Schweden zum Beispiel sieht nicht nur ein Radrennen. Stattdessen liegt der Fokus auf der schwedischen Radfahrerin Jenny Rissveds. Ein ausklappbarer Live-Ticker gibt genaue Auskunft über den bisherigen Verlauf des Rennens. Und wenn gleichzeitig ein weiterer für ihn relevanter Wettbewerb beginnt, lenkt nicht nur eine Erinnerung seine Aufmerksamkeit darauf, sondern der Betrachter kann über eine Bild-in-Bild-Funktion auch einen zweiten Livestream einschalten. Zum Beispiel kämpft ein anderer Schwede bei einer Tontaubenschießerei um Silber. Der Betrachter wechselt zur Entscheidung und kann sehr schnell die bisher zwei bis drei wichtigsten Versuche der Gegner sehen, zu verstehen, was jetzt erreicht werden muss. Das Radfahren bleibt immer im Blick.

Der Zuschauer kann in den Sport so viel tiefer einsteigen, als es bisher möglich war. Der Fernsehbildschirm verwandelt sich in eine Art XXL-Smartphone. Alle Daten, Statistiken und Zwischenergebnisse anderer Wettbewerbe können zusätzlich auf dem Live-Bildschirm abgerufen werden. Die Informationen, die der Benutzer bisher auf dem Smartphone als zweiter Bildschirm aufgerufen hat, sind dann gebündelt auf ein und demselben Bildschirm zu sehen. Alle Nachteile, die das lineare Fernsehen für den Zuschauer unflexibel und überflüssig machen, können so beseitigt werden.

Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation. Der Zuschauer erhält die für ihn interessanten Inhalte wie Highlights, Statistiken und personalisierte Programmvorschläge, und der Sender kann so seine Zuschauer glücklich und loyal halten. Um diesen Effekt zu nutzen, müssen große Sender und Plattformen die Entwicklung des linearen Fernsehens von der reinen Unterhaltung hin zum “Datatainment” vorantreiben.

Der Dinosaurier unter den audiovisuellen Medien kann der natürlichen Auswahl des Marktes und damit seinem Aussterben sehr wohl entgehen. Sie muss sich nur ständig an die sich ändernden Bedingungen anpassen. Abschließend ein Zitat des britischen Naturforschers Charles Darwin: “Die natürliche Selektion sorgt dafür, dass die Stärksten oder die Anpassungsfähigsten immer überleben”.

Wir können den etablierten Spielern helfen, die notwendigen Anpassungen vorzunehmen.

Unitymedia customers with a Horizon-Box can now install the new app “Football Navigator” – developed by TeraVolt. The app not only shows an overview of all live broadcasts over the next few days, but also provides additional information about the matches.

The free app provides the user with an overview of results and match attractiveness parallel to an ongoing live match on TV, as well as a graphically elaborate statistics area that offers a wealth of information about the match in real time. The user can immediately see which game is on the line, where the next goal is likely to be scored and which team is the better one.

In addition, Unitymedia customers can see at a glance which soccer matches will be shown on television over the next seven days, which ones are currently on and who is broadcasting them. Using the filter function, international matches or matches without German participation can be hidden. With the Horizon remote control, the user can switch quickly and directly to the right channel.

Schedule, live data and statistics are displayed next to or in the TV picture. In the split screen, the viewer follows the action on the pitch, while the “Football Navigator” provides information on line-up, duel strength, pass quota and the flash table. If desired, the viewer can switch back and forth between full screen and split view. And all this is available for the games of the 1st and 2nd Bundesliga, the DFB Cup, the Champions and Europa League. A separate version of the app will be available for the upcoming World Cup – it will contain data and insights for all World Cup matches.

The “Football Navigator” combines classic linear television with the advantages of the digital world. Additional data, live information and user-friendly operation provide cable network operator customers with an individual football experience using Horizon HD Recorder or Receiver.